Sieh, wie im Sommergelb mit dir der Sommer schreitet
und wie vielleicht ein tiefes Rot im See versinkt?
Schau nur: wie im späten Abend-Blau der Tag entgleitet
und wie vielleicht ein Kind am Wasser eigne Lieder singt…
Der Lauf der Zeit
und wie vielleicht das tiefe Rot im See versinkt
Sieh, wie im Sommergelb mit dir der Sommer schreitet
und wie vielleicht ein tiefes Rot im See versinkt?
Schau nur: wie im späten Abend-Blau der Tag entgleitet
und wie vielleicht ein Kind am Wasser eigne Lieder singt…
Am off’nen Fenster blieb ich lange stehn
vor bitter-kalter Schneenacht-Stille
und sah, so schien es mir, in kaum verblasste
unvergess’ne Bilder-Welten
geraffte Zeitfrequenzen – stumm beredt
schneenacht-gemäß gefügt und fort sofort
Vielleicht, dass sie in Träumen einmal wiederkehren…
Schau, wie beim Blick
in unverschämtes Rot der nahen Nacht
sich kinderleicht Kristall
auf schneebedeckte Dächer legen will
***
Parksekunde
So geh auch du, um stehenbleiben zu können, und zu schauen, ob der Weg weitergeht?
Um im Augenblicks-Rund das Entdeckte als InBild des Weiter-So aufzubewahren.
(Für die Frauen im Park…)
Leise Laute, ein Flüstern, Stille?
Laute Laute regieren,
die Menschheit beherrschend,
gewaltig gewaltsam.
Ein künftiger Satz könnte lauten:
Die Wörter- und Satzgedanken lauten, ja läuten sogar
die Hoffnung ein, dass…
Doch wo wären Gründe für die Fortsetzung des Satzes zu finden?
Und so bleibt es allein bei Versammlungen der Wörter
zu Worten und Sätzen.
Dies geschieht lautlos, oft sinnlos.
Ob ein Laut hörbar sein wird, bestimmt das Zusammenspiel von Lautquellen und ihren Strömen.
Die Geschichte der Welt-Laute könnte beginnen mit den Lauten des Unbekannten
Und etwas später: Es war einmal… war es nicht einmal so, heute kaum und bald nie mehr vorstellbar, dass ein unendlich erscheinender Überfluss an Stille in der Welt zu finden war, ohne sie suchen zu müssen?
Und wenn die Lauten am Ende die Herrschaft behalten werden, was – Laut für Laut – als längst vollzogen gedacht wurde?
Dann sei du selbst dein Trost, wie Hölderlin einmal schrieb, in göttlichen Tag- und Nachtworten.
***
Verwehte Worte verlassen die Sagbarkeits-Räume
Die Sprechenden, endlich und gültig zum Schweigen gebracht
Die Schweigsamen sprachlos schon längst
***
Gespenster flüstern, und weil sie die Lüge nicht kennen, ist es oftdie stille Wahrheit – gespenstisch wie sie nun einmal ist.
Bilder werfender Untertage-Träumer
Unverschämt weinender Poesie-Bestatter von all dem, was nicht mehr infrage kommt
Auf der Suche nach den Vorboten unerhörten, unbeherrschbaren Denkens
Ins Weite gehen die Blicke, im Auge das Glück der Erkenntnis, ganz nah
Die Wege und Ziele für immer unberechenbar
„Die Lüge ist eine ganz wunderbare Möglichkeit für den Menschen; sie ermöglicht allergrößte Freiheit…“ (Rahel Varnhagen)